Am Eingang der Hérault-Schluchten gelegen, ist Saint-Jean-de-Fos ein Dorf, dessen Geschichte untrennbar mit der Erde verbunden ist – sowohl durch seine Landwirtschaft als auch durch sein jahrhundertealtes Handwerk.
Das Dorf wurde erstmals im Jahr 804 unter dem Namen Litenis erwähnt. Seine Entwicklung ist eng mit den Abteien von Aniane und Saint-Guilhem-le-Désert verknüpft. Der historische Kern hat seine mittelalterliche Struktur als „Circulade“ bewahrt: Die Häuser schmiegen sich um die romanische Kirche Saint-Jean-Baptiste (12. Jahrhundert) und bilden mit ihren engen, verwinkelten Gassen einen natürlichen Schutzwall.
Seine Töpfertradition hat das Dorf über die Jahrhunderte hinweg berühmt gemacht. Ursprünglich stellten die Einwohner Tonkrüge her, die „Cozoles“ oder „Orjolles“ genannt wurden, um die gewaltige Olivenölproduktion der Ebene zu lagern. Die Töpfer wurden übrigens „Orjolliers“ genannt. Ab dem 14. Jahrhundert intensivierte sich die Tätigkeit und erreichte im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Saint-Jean-de-Fos wurde zu einem der wichtigsten Töpferzentren des Languedoc, bekannt für seine glasierte Keramik in den typischen Farben: Kupfergrün, Honiggelb und Strohgelb. Die Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließ das Handwerk fast verschwinden. Erst in den 1980er Jahren belebte eine neue Generation von Kunsthandwerkern die Tätigkeit wieder. Heute trägt das Dorf das Label „Ville et Métiers d’Art“.
Über den Ton hinaus ist die Geschichte von Saint-Jean-de-Fos durch den Anbau von Olivenbäumen (einige Bäume sind tausendjährig) und Weinreben geprägt, die noch heute das Landschaftsbild und die lokale Wirtschaft bestimmen. Das Dorf liegt im Herzen eines Weinbaugebiets, das charaktervolle Weine hervorbringt. Zahlreiche Weingüter bieten Besichtigungen und Verkostungen an.
In der Sommersaison verkehrt häufig ein kostenloser Shuttlebus, der das Maison du Grand Site (an der Teufelsbrücke), Saint-Jean-de-Fos (Argileum) und das Nachbardorf Saint-Guilhem-le-Désert miteinander verbindet.
Die Teufelsbrücke